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Bücherbesprechungen
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luw. katarazi/ia- 'unterer'. — p. 597 kit pa(n)dalaz 'von jetzt an': Nach E. Neu
(s.o. zu p. 406 f.) p. 22 f. ist nunmehr eher kit pandalaz VorhWd für kitkarza {steM
älterem kitkar) als umgekehrt. [Nachtrag: Zu kinuntarfrjijala- jetzt auch H.
Cbaig Melchert in: KZ 93 (1979), p. 262 fT.]
Norbert Oettinger, München
L. H. Vilsker: Manuel d'arameen samaritain. Traduit du russe par J. Margain.
Paris: Editions du CNRS 1981. 122 S. 8" (Documents, fitudes et Repertoires
publics par l'Institut de recherches et d'histoire des textes.) 120,— frs.
In diesem technisch einwandfreien Bd. wird die erste russische Grammatik
des samaritanisehen Aramäisch (SA) von L. Ch. Vil'sker: Samaritjanskij
jazyk. Moskva: Izd. «Nauka» 1974. 96 S. (Jazyki narodov Azii i Afriki.) in der
französischen Übersetzung J. Margains zugänglich gemacht. Der Umfang des
Werkes wurde durch die Satzungen der Sowjet. Akad. der Wissenschaften für
die in der angegebenen Sammlung erscheinenden Einführungen in orient.
Sprachen vorbestimmt und durfte deshalb den Umfang der Lehrbücher unserer
älteren Porta Linguarum Orientalium (PLO) nicht wesentlich überschreiten. Bei
dieser Einschränkung ließ sich nicht viel mehr als eine Kombination zwischen
der Darstellungsart der älteren Grammatiken des SA (Petermann, bzw.
Rosenberg) unter Hinzufügung der Ausspracheangaben nach Z. Ben-Hayyim
in: F. Rosenthal [Hrsg.]: An Aramaic Handbook. Wiesbaden 1967, P. II/2, S.
1-12, u. ders.: Literary and Oral Tradition of the Samaritans (LOT). III/2. Jeru¬
salem 1967 bieten. Die relativen Vor- und Nachteile des Büchleins wurden sach¬
gerecht von V. V. LEBBDEvin: Palestinskij Sbornik 26 (89) (1978), S. 178-181,
besprochen und werden auch in der Einleitung zu meiner Orammatik des sama¬
ritanisehen Aramäisch (GSA). Berlin-New York: de Gruyter 1982. (Studia
Samaritana. IV.), S. XLVIfT., ausführhcher erörtert. Der Titel der russ.
Ausgabe, der der älteren europ. Benennung des SA „hngua Samaritana" folgt,
ist unzulänglich, weil die Samaritaner neben dem SA, das hier gemeint ist, noch
zwei andere Sprachen, nämlich Hebräisch u. Arabisch, haben. Diese Unzuläng¬
lichkeit wurde in Margains Übers, deutlich behoben. Der handliche Bd., in dem
zum ersten Mal das Wesentliche der Grammatik des SA besser systematisch
dargestellt wurde als in den Grammatiken des vorigen Jh., wird sicher von den
Samaritanisten willkommen geheißen. Ein originaler Beitrag Vilskers besteht
in den Anhängen I-II (russ. S. 80-89, franz. S. 97-108), vor allem dem zweiten,
in dem die Entwicklung der Majuskel- und Minuskel-ZKursivschrift nach den
Hss. der Firkoviö-Sammlung v. J. 1510-1715 verfolgt wird. Die Aussprachean¬
gaben, bei denen der Vf. Ben-Hayyim zu folgen meinte, leiden an zahlreichen
Inkonsequenzen (s. dazu Einl. zu meiner GSA), die z.T. aus angeblichen typo-
grafischen Gründen (russ. S. 28, franz. S. 33) erklärt werden, sich aber auch
sonst ohne erkennbare Gründe einschleichen. Durch Verweise auf Ben-
Hayyims LOT III/2 hätte sich mindestens die Aussprache der Zitate aus den
Liturgien kontrollieren lassen; aber auch bei Zitaten aus dem sam. Targum wäre
es besser gewesen, willkürliche, von niemandem gehörte Aussprache(angabe)n
zu unterlassen und sie durch Belegstellen zu ersetzen. Die Ausspr. des anlau¬
tenden ' soll zwar im Prinzip bezeichnet werden, wird aber oft ausgelassen;
ähnlich bleiben die Vokallänge u. der Akzent auf der Ultima oft unbezeichnet.
Dem Leser wird zwar eine verhäitnismäßig bessere Aussprache afs die Peter-
MANNsche (aus d. J. 1873), aber keine genaue, zuveriässige übermitteit. Die
Zeitschrift der Deutschen Morgenl&ndischen Gesellschaft Band 133, Heft 2 (1983)
® Deutsche Morgenländische Gesellschaft e. V.